Eine neue alte Kamera: Akarette II

Ein alter Foto-Apparat Akarette II, ein Tele-Objektiv und ein kleine Sucher auf einem Tisch
Meine Akarette II und das 90mm-Tele-Xenar.

Ich denke schon länger über den Kauf einer digitalen Kamera nach. Besonders, nachdem ich im vergangenen Jahr wieder 35mm-Film verknipst und eher so „naja“-Ergebnisse erzielt hatte. Was natürlich einen ziemlichen Ressourcen-Verbrauch bedeutet. Den bringt eine neue Kamera natürlich auch mit sich. Frage: Wieviele Filme könnte ich verknipsen und entwickeln lassen, bis ich die Ressourcen einer Digitalkamera aufgewogen habe?

Und dann fand ich beim Stöbern eine alte Kamera meines Vaters: eine Akarette II aus den 50er Jahren. Das interessante sind die zwei Sucher: Die Kamera bietet Wechselobjektive, sie war für ein 50mm- und ein 75mm-Objektiv vorgesehen. Beim Wechsel kann ich durch einen kleinen Schalter den passenden Sucher öffnen und sehe dann den richtigen Ausschnitt. Mit dabei ist ein 90mm-Objektiv, das fast so schwer wie die Kamera ist. Und dafür gibt es einen eigenen Aufstecksucher, der auf den Blitzschuh gesteckt wird und den Ausschnitt für das Objektiv zeigt.

Was auch noch ein nettes Extra ist: Auf der Rückseite ist eine Art Matrix angebracht, mit der ich über verschiedene Komponenten wie Monat, Helligkeit, Objekt und Entfernung die richtige Belichtung ermitteln kann (hier ein Foto von dem kleinen Blechschild).

Beim Suchen nach Informationen habe ich ein paar gute Seiten gefunden:
Bei 3D-Historisch gibt es etwas über die Geschichte der Firma AKA und die verschiedenen Aka-Modelle. Und „The Photography Minimalist“ Henk hat bei Youtube ein inspirierendes Video über die Akarette mit tollen Fotos veröffentlicht.

Diese Kamera ist so schön und liegt so toll in der Hand, daß ich mir einen sw-Film besorgt habe und jetzt darauf warte, daß ich wieder entspannt durch die Gegend stiefeln kann, um nach schönen Motiven zu suchen.

Kunst tippen

Screenshot-Detail aus der MDR-Sendung

Screenshot-Detail aus der MDR-Sendung Artour vom 28.11.2019 (©MDR)

Noch bis zum 28.12.2019 online zu sehen: Ein artour-Beitrag über die ostdeutsche Künstlerin und Mail-Artistin Ruth Wolf-Rehfeldt, die viel mit Schreibmaschinen arbeitete und gerade wiederentdeckt wird.

Im Mail Artists Index gibt es natürlich auch einen Eintrag über sie. Beim Wohlrab-Verlag gab es eine Edition mit Werken von ihr, die leider vergriffen ist – aber es gibt dort Fotos von der Mappe.

Und bei der Lyrikline spricht sie eines ihrer Gedichte: [Mühsam].

Die Woche in Vinyl

Cover einer alten Art Blakeys Jazz Messengers Schallplatte

Meine erste wieder aufgelegte Platte: Bissel knisternd, aber gut!

Die Woche drehte sich bei mir auch um Vinyl. Durch Zufall hatte ich die Sendung Schmidt Max und die Magie der Schallplatte gesehen*. Ganz munter führt Reporter Max Schmidt durch die bunte Welt der Schallplatten. Und brachte mich dazu, meinen alten UHER-Plattenspieler wieder anzuschließen.

Meine erste aufgelegte Platte war von Art Blakey’s Jazz Messengers, und das Hörerlebnis war toll. Fernab von HiFi-Qualität, war das Aussuchen der Platte und das bewußte Hören der sieben Stücke eine großartige Erfahrung.

Und wenn man erst mal auf eine Sache fixiert ist, sieht man sie überall …

Am 14. April 2019 sendet SWR 2 das Feature Vinyl und Wert – Ökonomien der Schallplatte von Olaf Karnik und Volker Zander, die der Frage nachgehen, warum Menschen immer noch oder schon wieder Schallpaltten kaufen. „Zwischen persönlicher Wertschätzung und objektivem Wert erweist sich Vinyl als schillernde Währung.“

In der ZDF-Mediathek findet sich die Doku Vinyl lebt! Die Rückkehr der Schallplatte.**

Und bei ARTE gibt es ein kurzen Ausflug in die Welt der Schallplatten im Film***

Das heute Record Store Day ist, was ich Dank der Stadtrevue mitbekommen habe, kann doch kein Zufall sein …

………………..
* wahrscheinlich bis zum November 2019

** bis 23.11.2019

*** bis zum 17.06.2019.

Es lebe der Standard …

Ein kaputter Tintenglasdeckel

Wo rohe Kräfte sinnlos walten …

Als Freund analoger Schreibwerkzeuge, die meist eher nicht standardisierte Schreibergebnisse bringen – von Schönschriftzeilen bis zur Sudelei -, ist es natürlich etwas schräg, Standards zu loben.

Aber ohne die wäre es wahrscheinlich deutlich schwerer, immer noch leicht an Farbbänder oder Tintenpatronen zu kommen.

Daß auch Tintenglas-Deckel im Durchmesser standardisiert zu sein scheinen, hat heute mein Glas Iroshizuku Shin-kai gerettet. Der Deckel saß so fest, daß auch die eingesetzte Rohrzange nicht wirklich helfen konnte. Erfreulicherweise fand sich noch ein leeres Glas, der Deckel der Standard(sic!)graph-Tinten hat ein passendes Gewinde.

Und in Zukunft werde ich die Tintengläser noch etwas ordentlicher nutzen …

Happy Typewriter Day 2018!

a sheet of paper in a typewriter

This year Typewriter Day is a bit special because it is also the 150th anniversary of Charles Latham Sholes‘ patent of „the typewriter“.

I celebrate this day with my wife’s brother AX-15, an electronic machine that she gave to me yesterday. And though I am a fan of mechanical typewriters I could not say no to this.

Typing with this electronic machine is a bit unfamiliar. When typing fast, the type wheel has a little delay and I start waiting for the machine. The advantage of the brother compared to electric machines is their quiet job. My father’s IBM Selectric had the always on motor that called for action, even if my brain was not ready to type the next word.

And a plus of the type wheel compared to my mechanic typewriters is the ability to switch from 10 to 12 chars per inch, so I can change the look of the typing. Of course, I can switch between my mechanical typewriters, or use the half space.

And typing without electric power and using the ink ribbon instead of the one time carbon ribbon that also has the full plastic body seems a bit more ecologic.

Meine Rede: Die Schreibmaschine lebt!

Nahaufnahme von Schreibmaschinen-Hebeln

Ein Artikel in der Thüringer Allgemeinen (na gut, es scheint eine dpa-Übernahme zu sein) berichtet, was ich eh schon lange sage: Die Schreibmaschine ist nicht tot. Anläßlich des 150. Geburtstags der Erfindung wird ein munterer Bogen von den Anfängen bis heute geschlagen.

Ich habe Schreibmaschinen, die über 50 Jahre alt sind, immer noch tadellos funktionieren und mir auch optisch viel Spaß machen. Das kann ich von den „überlegenen“, aber leider schon lange verschrotteten digitalen Geräten nicht sagen.